Aus dem Bus geworfen wegen ungültigem Fahrschein: 11-Jähriger lief 6 Kilometer durch den Schnee nach Hause

Ein Kind allein im Schnee – wegen eines Fahrscheins

Stell dir vor, dein Kind steht plötzlich allein im Gebirge, bei beißendem Frost – nur weil ein Busfahrer den Fahrschein für ungültig erklärt hat. Diese erschütternde Geschichte aus den italienischen Dolomiten zeigt, wie fehlende Empathie und starre Vorschriften Kinder in ernsthafte Gefahr bringen können.

Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Belluno, auf rund tausend Metern Höhe. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt und tiefem Schnee wurde ein elfjähriger Junge gezwungen, 6 Kilometer zu Fuß nach Hause zu laufen. Der Busfahrer hatte ihn aufgefordert auszusteigen, weil das Kind keinen Fahrschein mit dem speziellen olympischen Aufpreis besaß – einem Zuschlag, der kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele eingeführt worden war.

Was genau passiert ist

Der Vorfall vom vergangenen Dienstag wurde inzwischen von Dolomiti Bus offiziell bestätigt – dem Unternehmen, das die Verbindung zwischen Vodo di Cadore und San Vito di Cadore betreibt. Der Betreiber veröffentlichte eine offizielle Stellungnahme und leitete eine interne Untersuchung ein, um zu klären, warum der Fahrer eine so drastische Entscheidung traf. Vertreter des Unternehmens haben sich bereits bei der Familie des Jungen gemeldet und sich entschuldigt.

Besonders absurd erscheint der Fall, wenn man sich die Einzelheiten zum Fahrschein ansieht. Die Großmutter des Jungen, Chiara Balbinot, die als Anwältin tätig ist, erklärte, ihr Enkel habe eine 10-Fahrten-Karte bei sich gehabt. Die Familie hatte sich zuvor ausdrücklich erkundigt, ob diese beim neuen olympischen Tarif von 10 Euro gültig sei. „Die Antwort war eindeutig Ja. Es hätte gereicht, vier Fahrten auf einmal zu entwerten, um den geforderten Betrag zu decken", so die empörte Frau.

Der Zustand, in dem der Junge nach Hause kam

Das Schlimmste an dieser Geschichte ist jedoch der Zustand, in dem das Kind schließlich ankam. Die Mutter des Jungen, Sole Vatalaro, hat bereits Klage gegen das Unternehmen wegen Alleinlassens eines Minderjährigen eingereicht. Der Junge hatte kein Handy dabei. Als er endlich die Haustür erreichte, litt er an Unterkühlung mit einer Körpertemperatur von 35 Grad. Er weinte vor Angst und Kälte – und kam anderthalb Stunden später als gewöhnlich nach Hause.

Zum Glück kannte der Elfjährige die Strecke aus sommerlichen Fahrradtouren, was ihn wahrscheinlich davor bewahrte, sich im Dunkeln völlig zu verirren. Seine Mutter bringt es dennoch auf den Punkt: „Hätte man mir ein Bußgeld ausgestellt, hätte ich es einfach bezahlt. Aber ein kleines Kind nach Einbruch der Dunkelheit im Schnee und Frost sich selbst zu überlassen, ist absolut unverzeihlich."

Author

  • Jan-Erik Slooten ist ein deutscher Auto-Enthusiast und Moderator, der seine Erfahrungen von der Rennstrecke sowie ehrliche Einblicke in moderne Fahrzeuge teilt.

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