Schlechtere Olivenöl-Ernte: Starke Regenfälle kosten 150.000 Tonnen Produktion

Warum Olivenöl bald teurer werden könnte

Hast du dich schon gefragt, weshalb der Preis deines Lieblingsöls demnächst deutlich steigen könnte? Außergewöhnlich starke Regenfälle in Spanien haben dazu geführt, dass die Ernte um satte 150.000 Tonnen geringer ausfällt – ein Einbruch, der den gesamten Markt spürbar verändern wird. Es lohnt sich jetzt mehr denn je, Etiketten genau zu lesen, um nicht für minderwertige Ware zu viel zu bezahlen.

Verzögerungen bei der Ernte

Die Lage ist ernst. Eine Reihe heftiger Regengüsse und Stürme, die Spanien im Dezember und Januar heimgesucht haben, legte die Arbeit auf den Olivenplantagen nahezu lahm. Die Bedingungen waren zeitweise so extrem, dass das Ernten der Früchte schlicht unmöglich war. Das hat die Saison 2025/26 unmittelbar getroffen.

Laut Daten des Branchenverbands AEMO belief sich die spanische Produktion Ende Dezember 2025 auf rund 720.000 Tonnen. Das klingt zunächst viel – doch es entspricht gerade einmal 53 % des ursprünglich geplanten Ziels. In wichtigen Anbauregionen wie Jaén, Córdoba und Granada warten noch Hunderttausende Tonnen Früchte, die nicht rechtzeitig geerntet werden konnten.

Rückgang der Olivenernte um 30 %

Um das Ausmaß des Problems einschätzen zu können, haben AEMO-Experten die Situation direkt vor Ort – in Genossenschaften und Ölmühlen – analysiert. Die Ergebnisse sind beunruhigend. Durch Regen und Wind fielen bis zu 40 % der Oliven vom Baum, bevor die Erntemaschinen überhaupt ankamen.

Das eigentliche Problem: Eine Olive, die den Boden berührt, verliert schnell ihre wertvollen Eigenschaften. Schätzungen zufolge sind 65 bis 75 % dieser Früchte aufgrund von Schlamm, Fäulnis und Feuchtigkeit nicht mehr verwertbar. Am stärksten betroffen ist die beliebte Sorte Picual, die gegenüber widrigen Witterungsbedingungen deutlich anfälliger ist als etwa die Sorte Hojiblanca.

  • Expertenhinweis: Achte beim Kauf von Olivenöl in den kommenden Monaten unbedingt auf das Erntedatum auf der Flasche. Wegen der Regenschäden wird deutlich weniger Öl der Kategorie „Extra Vergine" verfügbar sein – dafür mehr Produkte der Klassen „Vergine" oder „Lampante", die ein anderes Geschmacksprofil aufweisen und weniger gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen.

Erwartete Gesamtproduktion

Kaum jemand glaubt noch daran, dass das ursprünglich angestrebte Ziel von 1,35 Millionen Tonnen noch erreichbar ist. Experten rechnen realistischerweise mit einem Endwert zwischen 1,2 und 1,22 Millionen Tonnen. Sollten die Niederschläge im Februar anhalten, könnten diese Zahlen noch weiter nach unten korrigiert werden.

Doch es gibt auch eine positive Seite. Die starken Regenfälle haben den Boden tief durchfeuchtet und die Wasserreservoirs gut aufgefüllt. Langfristig bedeutet das für die Bauern sehr gute Aussichten für die kommende Saison – die Olivenbäume gehen mit einem enormen Wasservorrat in den Frühling, was für ihr Wachstum entscheidend ist.

Warnung vor Spekulationen und Hortung

Geringeres Angebot zieht erfahrungsgemäß Spekulationsversuche an. AEMO appelliert deshalb an Produzenten und Abfüllbetriebe, Vernunft walten zu lassen. Das bewusste Zurückhalten von Vorräten im Winter, um sie im Frühjahr teurer zu verkaufen, kann gefährliche Preisschwankungen auslösen, die letztlich alle Verbraucher treffen.

Die Branche strebt nach Stabilität, sodass die Preise kalkulierbar bleiben und die Margen den Erzeugern helfen, ihre Produktionskosten zu decken. Es empfiehlt sich, die Marktentwicklung zu beobachten und auf verlässliche Anbieter zu setzen, die nicht in Panik verfallen. Behalte diese Zusammenhänge im Hinterkopf, wenn du in diesem Jahr zu deinen Lieblingsprodukten im Supermarktregal greifst.

Author

  • Jan-Erik Slooten ist ein deutscher Auto-Enthusiast und Moderator, der seine Erfahrungen von der Rennstrecke sowie ehrliche Einblicke in moderne Fahrzeuge teilt.

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